von Renate Lück
Was das Leben doch für Wendungen und Höhenunterschiede machen kann. Karin P. ist gerade abgestürzt und bittet „Nachbarn in Not“ um Hilfe.
Die 40-jährige war mit ihrer Familie nach Amerika gezogen, als ihr Mann einen guten Job in der Auto-Industrie angeboten bekam. Die Kinder gingen dort zur Schule bis ein Amoklauf 2015 die Stadt erschütterte. Auch Familie P. erschrak, packte ihre Sachen und kehrte nach Deutschland zurück. Doch die Wiedereingliederung klappte nicht so richtig.
Zunächst hatten beide Ehepartner ein gutes Einkommen. Sie arbeitete in der Pflege und er in einer Auto-Werkstatt. Das Trauma des Amoklaufs wirkte aber nach und der Stress bei der Arbeit kam dazu. Es verursachte bei Karin P. ein Burn-out, gefolgt von Schizophrenieanfällen, so dass sie nur noch eingeschränkt arbeitsfähig ist. Auch das jüngere Kind hat Angst vor größeren Gruppen und verließ die Schule. Der Ältere macht zur Zeit eine Ausbildung.
Der Ehemann jedoch hielt die Situation nicht aus. Er kümmerte sich nicht mehr um seine Familie und ließ seine Frau auch finanziell im Stich. Karin P. lebt nun mit ihren Kindern von einer Erwerbsminderungsrente, aufgestockt mit Sozialhilfe. Als ihr Mann aus der Wohnung verschwand, drohte auch noch der Wohnungsverlust. Der Vermieter ist zum Glück verhandlungsbereit und klagt sie nicht raus.
Aber für einen Ersatz der kaputten Waschmaschine fehlt das Geld nun wirklich. Die Sozialarbeiterin bat deshalb „Nachbarn in Not“, Karin P. mit einer Spende unter die Arme zu greifen.

