Von Renate Lück
Das neue Jahr geht dank „Nachbarn in Not“ gut los. Dagmar und Hans S. – beide krank und nicht arbeitsfähig – bekommen einen Zuschuss, um sich einen Herd und ein Sofa zu besorgen. Dagmar S. hat in ihrer ersten Ehe schon zwei Söhne großgezogen und zusammen mit ihrem zweiten Ehemann noch ein Kind bekommen, das nächstes Jahr seine Ausbildung abschließt. Das wird auch gut sein, denn sein Gehalt wird zum Unterhalt der Familie oder zumindest für den Junior dringend benötigt. Hans S. hat viele Jahre gearbeitet, wurde aber entlassen, als es der Firma schlecht ging. Danach bekam er hin und wieder Jobs von einer Zeitarbeitsfirma, es entstand aber keine feste Anstellung.
Mittlerweile hat er eine starke Arthrose, sodass er kaum noch gehen kann. Erschwerend kommt eine Herzerkrankung dazu, wegen der einen Bypass gelegt bekam. Die Ärzte sagten ihm, dass man damit aber nur das Fortschreiten
verlangsamen kann. Arbeiten gehen ist ziemlich unwahrscheinlich.
Seine Frau bekam wegen ihrer massiven Durchblutungsstörungen im Bein mehrere Stents gesetzt. Sie wurde dabei falsch operiert und lag mehrere Monate im Bett, weil sie ihr Bein nicht mehr bewegen konnte. In Tübingen versuchte man ihr mit einer nochmaligen Operation zu helfen. Jetzt kann sie zumindest kurze Strecken mit dem Rollator laufen. Das Ehepaar lebt von Bürgergeld, brauchte aber dringend einen Herd und ein Sofa, weil beides altersbedingt kaputt war. Rücklagen haben sie keine. Deshalb bat die sie betreuende Sozialarbeiterin „Nachbarn in Not“ um Unterstützung.

