von Renate Lück
Gisela N. hat ihre Tochter allein großgezogen, was für sie sicher nicht einfach war. Der Vater hat sich nie um die beiden gekümmert. Nun braucht sie Hilfe, damit es ordentlich weitergeht.
Sowohl sie als auch ihre Tochter haben kognitive Einschränkungen, da heißt Gedächtnis- und Lernschwierigkeiten, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Sprachstörungen. Aber sie haben sich durchgekämpft.
Die Tochter ging auf eine Schule für geistig und körperlich eingeschränkte Kinder. Nun ist sie volljährig und zog in ein Internat der Behindertenhilfe, in dem sie die Förderung bekommt, die notwendig ist, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten arbeiten zu können. An den Wochenenden und in den Ferien ist sie bei ihrer Mutter.
Gisela N. hat einen unterstützten Arbeitsplatz gefunden, bei dem die Arbeitsagentur der Firma die Minderleistung teilweise ausgleicht. Die 53-jährige arbeitet in Teilzeit und verdient wenig, freut sich aber über die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Da der Lohn zum Leben nicht ausreicht, sie sich aber nicht mehr einbringen kann, muss sie mit Bürgergeld aufstocken. Sie lebt trotzdem am Existenzminimum.
In ihrer Wohnung hatte sich im vorigen Jahr Schimmel ausgebreitet, den der Kleiderschrank nicht überstand. Nun ist alles in Kisten eingepackt: die Bettwäsche, Hand- und Geschirrtücher, sowie die Kleidung der beiden Frauen. Da die Tochter Sachen für ein bis zwei Wochen mit ins Internat nimmt und zum Waschen wieder nach Hause bringt, ist ein neuer Kleiderschrank nötig. Und „Nachbarn in Not“ hilft.
