von Renate Lück
Sachen gibt es – das glaubt man nicht. Da hat Peter N. den Stromanbieter gewechselt, weil der mit einem günstigeren Tarif warb. Und nach zehn Monaten stellt sich heraus, dass er sich in Luft aufgelöst hat.
Der 35-Jährige hat vier Kinder und ackert im Schichtdienst, um seine Familie zu ernähren. Bisher hat er keine staatliche Unterstützung gebraucht. Als er im vorigen Jahr eine hohe Stromnachzahlung erhielt, suchte er nach einem günstigeren Stromanbieter und wechselte zu angeblichen Stadtwerken, die sich als „zuverlässiger und erfahrener Partner“ darstellten.
Zehn Monate überwies er pünktlich an sie die neuen Abschlagszahlungen, bis ihm sein früheren Stromanbieter mitteilte, dass der Vertrag nicht zustande gekommen sei und die Zahlungen bei ihm die Kosten nicht deckten.
Peter N. fiel aus allen Wolken, rief den vermeintlich neuen Anbieter mehrmals an und schrieb E-Mails – erreichte aber keine Klärung, da sich die beiden Firmen gegenseitig die Schuld zuweisen. Zum Gericht zu gehen wäre für ihn mit einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden, den er sich im Moment nicht leisten kann. Denn es staute sich ja wieder eine höhere Nachzahlung an.
Die Kindergartengebühren wollen bezahlt sein und das Benzin fürs Auto, auf das er angewiesen ist, ist bekanntermaßen erheblich teurer geworden. Er ging zum Sozialamt und bat um Hilfe. Dort wurde Wohngeld und Kinderzuschlag beantragt und „Nachbarn in Not“ um Unterstützung gebeten, um ihn aus dieser misslichen Situation zu befreien.

