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Hilfe zur

Selbsthilfe

  Nachbarn in Not e. V.          

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Auf dieser Seite erfahren Sie:

  • anonymisierte Einzelschicksale als Beispiele aus der Arbeit des Vereins: Notf├Ąlle und Hilfe zur Selbsthilfe

Berichte, die schon weiter zur├╝ckliegen, auf folgenden Seiten:

 

 

 

 

 

Aus der SZ/BZ vom 6.10.2017

Am Rande der Verzweiflung

Von Renate L├╝ck

Kinder sind ein Gl├╝ck. Doch wenn das Geld knapp ist und noch eins kommt, wird es eng. Und wenn dann noch die Wohnung gek├╝ndigt wird, wachsen den Eltern die Sorgen ├╝ber den Kopf.

Eveline und J├╝rgen P. haben eine Patchworkfamilie mit einem Kind von ihr und zweien von ihm aus fr├╝heren Ehen sowie einem gemeinsamen Sohn. Und nun kommt ungeplant noch eins dazu. Sein Gehalt reicht gerade so f├╝r Miete und Lebenshaltungskosten, weshalb Eveline P. einen Fernlehrgang als Buchhalterin macht, um sp├Ąter dazu verdienen zu k├Ânnen. Doch zun├Ąchst kostet der Kurs Geld. Auch die Scheidungen hinterlie├čen finanzielle Spuren, die noch nicht bew├Ąltigt sind. Dar├╝ber hiaus forderte der Vermieter eine heftige Nachzahlung der Nebenkosten, sonst w├╝rde er kein Heiz├Âl bestellen. All das brachte die Familie schon in Bedr├Ąngnis. Doch dann traf das Ehepaar ein weiterer Schock: Ihre Wohnung wurde gek├╝ndigt. Jetzt m├╝ssen Eveline und J├╝rgen P. f├╝r ihre bald siebenk├Âpfige Familie eine neue Bleibe suchen und noch einen Umzug einplanen.

Brachte sie das alles schon an den Rand der Verzweiflung, so geriet der pl├Âtzliche Tod von Evelines Mutter au├čer dem Schmerz und der seelischen Belastung zur zus├Ątzlichen Hiobsbotschaft, denn dies bedeutete weitere Ausgaben. Die Sozialarbeiterin in der Schwangerenberatung wandte sich an ÔÇ×Nachbarn in Not“ und bat um Hilfe, damit die Familie erst einmal die Nebenkostennachzahlung los wird. Dann wird weitergesehen.

 

 

Kein Geld f├╝r einen Personalausweis

Von Renate L├╝ck

Oft folgt ein Dilemma aufs andere. Simone B. ist krank, arbeitslos, geschieden und hat nicht einmal Geld f├╝r einen Personalausweis.

Wegen Missbildungen der Hirngef├Ą├če musste sie vor viereinhalb Jahren operiert werden. Doch seitdem leidet sie unter starken Einschr├Ąnkungen des Sprachzentrums und auch die Sehnerven sind besch├Ądigt, und zwar so kaputt, dass sie nicht mehr arbeiten kann. Sie musste ihre ├änderungsschneiderei aufgeben und wegen der daraus entstandenen Verbindlichkeiten Privatinsolvenz anmelden. Mitten in dieser Misere verlie├č sie ihr Mann. Da auch ihre Kinder schon aus dem Haus sind, war sie gezwungen, sich eine kleine Wohnung zu besorgen, in der sie nun allein lebt. F├╝r die Kaution dieses Einzimmerappartements zahlt sie beim Jobcenter ein Darlehen von monatlich 20 Euro ab.

Bei dieser Beh├Ârde landete sie, nachdem ihr Mann den Trennungsunterhalt so verringerte, dass sie auf Arbeitslosengeld II angewiesen ist. Allerdings ist sie noch nicht so lange dabei, dass sie eine Zuzahlung f├╝r ihre Medikamente bek├Ąme. Also kaufte sie keine Arzneimittel. Die sie betreuende Sozialarbeiterin beantragte deshalb bei ÔÇ×Nachbarn in Not“ einen Betrag f├╝r die Rezeptgeb├╝hren, die im Jahr 2016 anfielen, und den Eigenanteil f├╝r 2017 f├╝r chronisch kranke Hartz-IV-Bezieher.

Ja, und au├čerdem ist ihr Personalausweis seit L├Ąngerem abgelaufen. Das biometrische Bild und die Ausstellung eines neuen Ausweises kosten eigentlich nicht viel. Aber wenn man schon mit allem knapsen muss, kleckern sich die Betr├Ąge zusammen.

 

 

Aus der SZ/BZ vom 4.3.2017

Kein Geld - kein Kindergarten

Von Renate L├╝ck

Laut Sozialarbeiterinnen kommt es ├Âfter vor, dass psychisch Kranke nicht in der Lage sind, Antr├Ąge zu stellen, um Ihnen zustehendes Geld zu erhalten. So auch bei Friederike P.

Die junge Mutter ist durch Stress im Beruf und Streit mit ihrem Mann so krank geworden, dass sie nicht mehr zur Arbeit gehen konnte und sich auch von ihrem Partner getrennt hat. In einer Tagesklinik versuchte man, sie wieder auf die Beine zu kriegen. Ihr kleiner Sohn besuchte derweil den Kindergarten. Dort bekam er auch Mittagessen. Da ihre Finanzen sehr begrenzt sind, h├Ątte das Jugendamt in der ├ťbergangszeit zum Krankengeld die Kosten f├╝rs Essen und die Nachmittagsbetreuung ├╝bernehmen k├Ânnen, wenn sie die entsprechenden Antr├Ąge gestellt h├Ątte. Oder sie h├Ątte Gutscheine beim Jobcenter erbitten m├╝ssen. Doch das alles ├╝berforderte sie in diesem Zustand. Die Sozialarbeiterin in der Tagesklinik unterst├╝tzte sie darin, Wohngeld zu beantragen. Wenn das klappt, bekommt sie auch vom Jugendamt Unterst├╝tzung f├╝r die Kinderbetreuung. Doch das dauert.

Inzwischen liefen unbezahlte Rechnungen samt S├Ąumniszuschl├Ągen auf, verbunden mit der Drohung auf Vollstreckungsma├čnahmen, die weitere Kosten verursachen, wenn sie nicht binnen einer Woche den Gesamtbetrag bezahlt. Au├čerdem d├╝rfte das Kind nicht mehr in den Kindergarten. F├╝r Friederike P. eine Katastrophe. Wohin sollte sie mit dem Kleinen hin, w├Ąhrend sie in der Klinik ist? Da die ├ämter aber auch nicht r├╝ckwirkend bezahlen, schrieb die Sozialarbeiterin in der Schuldnerberatung ein Hilfeersuchen an ÔÇ×Nachbarn in Not“ und bat um die einmalige ├ťbernahme der ausstehenden Betr├Ąge in der Hoffnung, dass danach das Jugendamt zahlt und der Bub weiter in den Kindergarten darf. 

 

 

Aus der SZ/BZ vom 24.2.2017

Zweimal im Jahr Entlastung

Von Renate L├╝ck

Wenn es vorn und hinten nicht reicht, hilft oft nur noch das ÔÇ×Seniorengeld“ von Nachbarn in Not.

Eberhard B., Sp├Ątaussiedler aus Rum├Ąnien, hat vor einem Jahr seine Frau verloren. Abgesehen davon, dass er ihren Tod noch nicht verkraftet hat, schrumpfen nun auch seine Finanzen. Neben der Rente und Witwerrente bekam er noch Wohngeld f├╝r Witwer. Doch das wurde nach zw├Âlf Monaten nicht weiter bewilligt. Miete, Strom und Telefon schlagen nun ein empfindliches Loch in sein Budget, so dass ihm wenig f├╝rs Essen und sonstige Ausgaben bleiben. Er wurde aufgefordert, pr├╝fen zu lassen, ob er Anspr├╝che auf Grundsicherung h├Ątte.

Zu seinen sonstigen Ausgaben z├Ąhlen einige Medikamente, die er f├╝r verschiedene Krankheiten selbst bezahlen muss. Altersgem├Ą├č schmerzt es in den Knien, H├╝ften und in der Wirbels├Ąule. Wegen der Diabetes muss er spritzen und bei der Staroperation musste er zuzahlen. Seine Kinder stehen ihm nach ihren M├Âglichkeiten zur Seite, doch ihre M├Âglichkeiten sind nicht ├╝ppig. Einer ist psychisch krank und der andere hatte einen Unfall und ist noch nicht genesen. Die Tochter wohnt mit ihrer Familie weit weg.

Die betreuende Sozialarbeiterin bat deshalb die Hilfsorganisation ÔÇ×Nachbarn in Not“, Eberhard B. auf die Seniorenliste zu setzen, damit er zweimal im Jahr einen Entlastungsbeitrag bekommt. Damit k├Ânnte er sich seine Medikamente ohne gro├čes Nachrechnen leisten und auch mal kleinere Anschaffungen erlauben.

 

 

Aus der SZ/BZ vom 2.1.2017

Eine Erkrankung nach der anderen

Von Renate L├╝ck

Wenn man richtig krank ist und immer die Behandlung und Rehabilitationsma├čnahmen erstreiten muss, geht man kaputt oder wird w├╝tend. Dora N. k├Ąmpft.

ÔÇ×Geht das schon wieder los!“, dachte die 76-J├Ąhrige, wie sie sp├Ąter erz├Ąhlte, als sie gerade von der Reha nach Hause kam und nach den Taxikosten gefragt wurde. An der Stelle ist sie empfindlich, denn die letzten ├╝bernahm die Krankenkasse nicht mit der Begr├╝ndung, der Arzt habe die Verordnung erst vier Wochen nach der Operation ausgeschrieben. ÔÇ×Ich musste zur Nachkontrolle in die Klinik“, sagt sie emp├Ârt. ÔÇ×Sonst h├Ątte mein Enkel Urlaub nehmen m├╝ssen, um mich dort hinzufahren.“ Diesmal muss die Rentenversicherung zahlen. Dora N. ist wirklich eine geplagte Frau. Mit Anfang 40 Jahren musste sie Erwerbsunf├Ąhigkeitsrente beantragen, weil sie eine rheumatische Arthritis bekam, die so schlimm war, dass sie eine Essmaschine am Tisch brauchte. Ein Jahr fuhr sie im Rollstuhl.

Dann kam eine Krebserkrankung nach der anderen. ÔÇ×Man sagt, es geht vom Darmkrebs ├╝bern Lungenkrebs zum Leberkrebs“, referiert die K├Ąmpferin. Die ersten zwei hat sie schon ├╝berstanden. ÔÇ×Man hat letztes Jahr einen Punkt auf der Lunge gesehen. Gibt es Metastasen? Ist nun ein Punkt auf der Leber?“ Sie ist wachsam. Seit April focht sie die Reha f├╝r den Darmkrebs aus, dann die f├╝r den Lungenkrebs, denn bezahlen konnte sie sie von ihrer kleinen Rente nicht. ÔÇ×Mein Mann ist an Lungenkrebs gestorben, aber er hat geraucht“, versucht sie die Ursachen zu ordnen. Sie raucht nicht. ÔÇ×Zehn Jahre war ich in Krankenh├Ąusern und Reha-Kliniken zwischen dem Teutoburger Wald und Oberammergau.“

In der Weihnachtszeit wollte sie zu Hause sein. Die Sozialarbeiterin, die sie schon l├Ąnger betreut, bat ÔÇ×Nachbarn in Not“ um ├ťbernahme der Taxikosten, die der Fahrer gestundet hatte. Dora N. schrieb eine sch├Âne Karte an die Hilfsorganisation und bedankte sich sehr. Nun steht sie auf der Seniorenliste und kann die n├Ąchsten Taxikosten vielleicht selbst bezahlen.

 

 

 

 

 

 

 

                                         

       

 

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Nachbarn in Not: Wenn es darum geht, in Not geratenen Menschen zu helfen, kennen die Ideen keine Grenzen. Seit 2010 gibt es zum Beispiel in Maichingen im Hof der Familie Heck ein vorweihnachtliches Treffen. Der Erl├Âs wird an die Hilfsorganisation ÔÇ×Nachbarn in Not“ gespendet. Teilnehmerinnen des Di├Ątkurses ÔÇ×Ern├Ąhrung und Bewegung” zahlen in eine Kasse, wenn sie jeweils nach vier Wochen nicht gen├╝gend Gewicht abgenommen hatten. Auch hier kommt das Geld ÔÇ×Nachbarn in Not“ zugute.
Zum diesj├Ąhrigen Weihnachtsbasar in der Messe Sindelfingen hat sich eine f├╝nfk├Âpfige Gruppe ebenfalls im karitativen Sinne etwas Besonders einfallen lassen. Mit der Charity-Aktion ÔÇ×Weihnachtsw├╝nsche“, organisiert von der Sindelfinger Hilfsorganisation ÔÇ×Nachbarn in Not“, dem Rotary Club Sindelfingen, dem Rotaract Club Sindelfingen-B├Âblingen, der SZ/BZ sowie der Messe Sindelfingen sollen bed├╝rftigen Menschen in Sindelfingen und Umgebung weihnachtliche Herzensw├╝nsche erf├╝llt werden (die SZ/BZ berichtete am Montag).
Keine teuren elektronischen Ger├Ąte oder Markenbekleidung stehen hier auf den Wunschzetteln der Betroffenen, vielmehr geht es um bescheidene W├╝nsche wie einen geschm├╝ckten Weihnachtsbaum oder ein gemeinsames Weihnachtsessen mit der Familie. Wer also auf dem Weihnachtsbasar am Gl├╝cksrad dreht oder sich an der Tombola mit einem kleinen Betrag beteiligt, macht Menschen, denen es nicht gut geht, eine gro├če Freude.
juergen.haar@szbz.de
Kleine Spende, gro├če Freude Kommentar
Von Chefredakteur J├╝rgen Haar

SZ/BZ 9.11.2016

SZBZ 4.12.2013

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